Augusta Regional

Regionalgeld für Göttingen und Südniedersachsen

FAQs

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Wie die Erfahrung zeigt, ist das Thema "regionales und gerechteres Wirtschaften" mit einer Fülle von Diskussionsstoff und Reibungspunkten versehen, welche in erster Linie aus Unkenntnis und Halbwissen resultieren. Um dem zu begegnen, und das Rad nicht stets wieder neu erfinden zu müssen, wird hier versucht, schon vorab die Fragen zu beantworten, die regelmäßig und gehäuft auftauchen (was Sie natürlich nicht davon abhalten soll, weitere Fragen zu stellen...

Wieso "Verein für gerechteres Wirtschaften"?

Wir beobachten heute weltweit, aber auch innerhalb Deutschlands einen ständig zunehmenden Druck auf die Arbeitenden und Arbeitssuchenden. Dies ist verbunden mit einer in gleichem Maße sich ständig verstärkenden Umverteilung von den Arbeitenden zu den Vermögenden. Dies halten wir für ungerecht und sehen eine Ursache dafür in der Konstruktion unseres Geldes. Indem wir ein regionales Tauschmittel - die AUGUSTA - organisieren, versuchen wir auf regionaler Ebene einen gerechteren Austausch von Waren und Dienstleistungen zu fördern. Mit Vorträgen und Informationsabenden rund um die Themen Geld, Zinsen und Wirtschaft allgemein versuchen wir Interessierten einen besseren Einblick in diese (oft vernachlässigten oder tabuisierten) politischen Bereiche zu geben.

Weswegen ein regionales Tauschmittel in Zeiten von Euro und Globalisierung?

Gerade aufgrund des Euro und der "Globalisierung" ist ein regionales Tauschmittel wie die Augusta wichtig und notwendig: Der Euro führt durch seine europäische Ausrichtung dazu, dass die Europäische Zentralbank (als Hüterin des Geldes) keine optimale Geldpolitik für jedes Euroland, jede Region machen kann. Das bedeutet konkret, dass z.B. Spanien aufgrund seiner wirtschaftlichen Entwicklung eher weniger Euro bräuchte, während Deutschland durchaus mehr umlaufende Euro vertragen könnte. Die Europäische Zentralbank kann hier nur einen Kompromiss finden, der aber niemandem wirklich gerecht wird. Das bedeutet aber verkürzt, das wir in Deutschland und natürlich auch in Südniedersachsen zu wenig Ged für unsere Einkäufe haben. Die Augusta als Regional"geld" soll dem abhelfen.
Zusätzlich fließt durch die "Globalisierung" immer mehr Geld aus der Region ab in "Billiglohnländer" und auf die internationalen Finanzmärkte. Auch dem soll die Augusta entgegenwirken. Die Augusta kann diese Entwicklungen natürlich nicht aufhalten, aber sie soll die zahlreichen negativen "Nebenwirkungen" abschwächen. Zudem ist die Augusta wie alle Regionalgelder, ein Schritt zu einem Geldsystem, das allen Menschen dient.

Wie fördert die Augusta die regionale Wirtschaft?

Die Augusta wird aufgrund ihrer Eigenschaften überwiegend von regionalen kleinen und mittleren Unternehmen herausgegeben und akzeptiert. Damit werden diese Unternehmen zusätzliche Einnahmen erzielen, es ihnen also besser gehen. Da diese Unternehmen 70% der Arbeitenden und sogar 82% der Auszubildenden beschäftigen, ist das Kalkül bestechend einfach: Geht es den kleinen und mittleren Unternehmen in der Region gut, geht es der regionalen Wirtschaft und der ganzen Region besser.

Haben nur die teilnehmenden Unternehmen Vorteile von der Augusta?

Nein. Zwar zielen die Augusta in erster Linie auf die regionalen Unternehmen ab, aber die Unternehmen sind nur der Anfang einer langen Wirkungskette. Haben die regionalen Unternehmen höhere Umsätze, werden bestehende Arbeitsplätze sicherer und auf mittlere Sicht sollen Augusta natürlich auch bei der Schaffung neuer Stellen mithelfen. Höhere Umsätze bei den regionalen Unternehmen und sichere bzw. neue Stellen bedeuten eine höhere Kaufkraft in der Region. Zudem entlasten sie die Kommunen durch vermehrte Steuereinnahmen und geringer Sozialausgaben.
Nicht zuletzt bedeutet mehr regionales Wirtschaften auch kürze Transportwege und die Einhalten von garantierten Umweltstandards, was die Umwelt und die Menschen in der Region freut.

Können nur Unternehmen Augusta herausgeben?

Nein, prinzipiell können Organisationen und Selbstständige, die Waren oder Dienstleistungen in der Region anbieten, Augusta herausgeben. So könnte z.B. eine Kirche, die einen kircheneigenen Laden betreibt, ebenso Augusta herausgeben wie das Cafe des Studentenwerks oder einen Kommune, die die kommunalen Abgaben in Augusta akzeptiert. Voraussetzung ist in der Regel eine mindestens zweijährige Geschäftstätigkeit.

Ist die Augusta "Geld"?

Nein. Die Augusta sind Waren- und Dienstleistungsgutscheine, die von den teilnehmenden Unternehmen mit ihren Leistungen gedeckt werden. Nach der Herausgabe durch einen Betrieb sind die Gutscheine dann bei allen teilnehmenden Unternehmen einlösbar. Anders als bei herkömmlichen Gutscheinen kann aber das einlösende Unternehmen den erhaltenen Gutschein seinerseits als Tauschmittel zum Bezug weiterer Waren und Dienstleistungen verwenden. Es handelt sich bei den Augusta also nur um eine besondere Art Gutschein.

Ist die Augusta denn überhaupt legal?

Die Herausgabe und die Akzeptanz von Waren- und Dienstleistungsgutscheinen ist absolut legal. Auch die Besonderheit, dass die Gutscheine nicht nur bei einem einzigen, sondern mehreren Unternehmen einlösbar sind, stellt kein rechtliches Problem dar. Sonst wären ähnliche System wie "Happy Digits", "Flugmeilen" oder in Göttingen der Procity-Geschenkgutschein, die im Prinzip ganz ähnlich funktionieren wie Regionalgeld, schon längst verboten.

Warum ist die Augusta anders als der Euro?

Nun, zunächst kann man mit dem Euro überall einkaufen, aber auch überall in der Welt investieren und vor allem spekulieren. Die Augusta hingegen können nur bei den teilnehmenden Unternehmen ausgegeben werden und bleiben so in der Region, wo sie auch dringend gebraucht werden. Darüber hinaus hat die Augusta eine Umlaufsicherung, den sog. "Umlaufimpuls", den der Euro (leider) nicht hat.

Was ist Umlaufimpuls und wofür ist er gut?

Der Umlaufimpuls besteht aus den Impuls-Klebemarken, die zum Anfang der vorgedruckten Monate auf die Gutscheine geklebt werden müssen. Durch das regelmäßige Aufkleben dieser "Wertmarken" soll sichergestellt werden, dass die Augusta zügig und regelmäßig umlaufen. Denn wenn jemand Augusta längere Zeit unbenutzt in der Geldbörse oder unter der Matraze liegen lässt, muss dieser jemand für die Scheine den Umlaufimpuls bezahlen. Da das niemand gern macht, werden die Augusta immer so bald wie möglich wieder ausgegeben, was zu einem höheren regionalen Wirtschaftsaufkommen führt und damit zu einem Gewinn für die ganze Region wird.
Die Einnahmen aus den Wertemarken für den Umlaufimpuls gehen zur Hälfte an gemeinnützige regionale Organisationen und erzegen somit einen weiteren positiven Effekt in der Region.

Kann man mit der Augusta denn überhaupt noch sparen?

Aber natürlich. es ist allen Teilnehmern möglich, Augusta an andere zu verleihen mit einem (ggf. auch schriftlich niedergelegtem) Versprechen dieselbe Summe Augusta zu einem späteren Zeitpunkt wiederzubekommen. Letztlich macht eine Bank prinzipiell auch nichts anderes. Anders als bei einer herkömmlichen Bank könnte es für den Verleihenden allerdings schwierig werden, Zinsen für die geliehenen Augusta zu verlangen. Denn der Umlaufimpuls sorgt dafür, dass nicht nur der Schuldner, sondern auch der Regionalgeldverleiher unter den "sanften" Druck eines baldigen Geschäftsabschlusses steht.

Wer sind bei der Augusta die "Gewinner"?

Alle die teilnehmen! Das sind zunächst einmal die Unternehmen, die höhere Umsätze verzeichnen können. Doch hier beginnt erst die Wirkungskette. Mit dieser stärkeren Kaufkraft, die die Unternehmen i.d.R. auch an ihre Mitarbeiter und Kunden weitergeben können, werden bestehende Arbeitsplätze gesichert und mittelfristig neue geschaffen. Die Kommunalkassen füllen sich durch mehr Steuereinnahmen und geringere Sozialausgaben, kürzere Transportwege schonen die Umwelt. Und auch die durch die Einnahmen aus dem Umlaufimpuls begünstigten gemeinnützigen Organisationen dürfen sich über Zuwendungen freuen. Damit verbessert die Augusta die Lebensqualität aller Menschen in der Region Südniedersachsen.

Gibt es bei der Augusta auch "Verlierer"?

Höchstens die Unternehmen, die nicht teilnehmen wollen bzw. dürfen. Aber selbst diese werden, wenn nicht schon durch die insgesamt höhere Kaufkraft in der Region, dann von einem langfristig angenehmeren Miteinander (dem sog. "sozialen Frieden") und einem ausgeprägteren "Wir-Gefühl" in der Region profitieren.

Warum ist "Marktwirtschaft" nicht dasselbe wie "Kapitalismus"?

Marktwirtschaft ist zunächst einmal nur ein Weg, wie die Produktion/Bereitstellung und die Verteilung von Waren und Dienstleistung organisiert werden. In einer Marktwirtschaft gibt es keine zentrale steuernde Instanz, sondern indem jeder Wirtschaftsteilnehmer nach seinen eigenen Plänen (und, mit Einschränkungen, Wünschen) Waren, Dienstleistungen, Arbeit, geld usw. nachfragt und anbietet. Diese dezentrale Organisationsform wird häufig mit "Kapitalismus" gleichgesetzt, in dem die Profitgier einzelner Teilnehmer u.a. zu einer immer ungerechteren Verteilung der Güter und Vermögen führt. Der entwickelte Kapitalismus entfernt sich hierdurch aber immer deutlicher vom Prinzip der Marktwirtschaft, indem einzelne Privatleute und Großunternehmen soviel Kapital und (damit auch) Marktmacht aufbauen, dass von einem auch nur halbswegs freien Wettbewerb keine Rede mehr sein kann.
Etwas verkürzt möchte der Verein mit der Augusta (und ihrer besonderen Ausgestaltung) ein Zeichen setzen für Marktwirtschaft und gegen Kapitalismus, praktisch wie ideell. (Weiteres zu diesem und ähnlich "weiterführenden" Themen finden Sie unter der Rubrik Hintergrund.

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